Aneurysma

Definition

Das Hirnaneurysma ist eine arterielle Gefässerweiterung im Hirn. Sie muss chirurgisch behandelt werden, da sie sonst Hirnblutungen verursachen kann. Das zerebrale Aneurysma wird dabei entweder mit einer Klemme (Clipping) oder mit einer Spirale (Coiling) verschlossen. Missbildungen an den Hirngefässen können zu schwerwiegenden Hirnblutungen führen. Eine gefürchtete Ursache ist das zerebrale Aneurysma. Dabei bildet sich eine Gefässerweiterung an einer Hirnarterie und zwar oft an einer Zweigstelle der grösseren Hirnarterien.

Ein zerebrales Aneurysma verursacht meist keine Beschwerden, bis es platzt. Daher wird es oft erst entdeckt, wenn es zur Hirnblutung kommt. Gelegentlich wird das Aneurysma als Zufallsbefund bei einer MRI-Untersuchung des Gehirns entdeckt. Zur chirurgischen Behandlung kommen zwei Verfahren zum Einsatz: Das Clipping und das Coiling. Welches Verfahren angewendet wird, hängt hauptsächlich von der Form und der Grösse des Aneurysmas ab. Die häufigsten, sackförmigen Aneurysmen werden vorwiegend mit dem endovaskulären Coiling Verfahren behandelt. Bei komplexeren Aneurysma-Formen kommt die Clipping Operation zum Einsatz.

Ursachen

Man unterscheidet drei Hauptformen von Aneurysmen:

Aneurysma verum, echtes Aneurysma

Das Aneurysma verum ist die häufigste Form. Es kommt zu einer Auswölbung der gesamten Wand der Arterie an einer bestimmten Stelle (sieht aus wie eine Gummiblase).

Ursachen:

  • Angeborene Schädigung der Gefässwand
  • Schädigung der Gefässwand durch Arterienverkalkung ( Arteriosklerose)
  • Seltener durch Infektionskrankheiten (z.B. bei Syphilis).

Aneurysma spurium, unechtes Aneurysma

Beim unechten Aneurysma handelt es sich weniger um eine Aussackung, sondern um einen Bluterguss infolge einer Verletzung der Gefässwand. Die Gefässverletzung wird durch geronnenes Blut geflickt. Der entstandene Pfropfen sieht dann aus wie ein Aneurysma und stoppt in den meisten Fällen die Blutung. Unechte Aneurysmen können als Komplikation nach Operationen oder nach Punktionen von Arterien auftreten.

Aneurysma dissecans

Hier kommt es zu einem Einriss an der innersten Schicht der Gefässwand. Durch den hohen Blutdruck in der Aorta wühlt sich das Blut innerhalb der Gefässwand weiter vor (dissecans = einschneiden). Bluthochdruck ist ein wichtiger Risikofaktor.

Zusätzliche Risikofaktoren, die die Bildung eines Gefässaneurysmas begünstigen können:

  • Übergewicht
  • Nikotinsucht
  • Zuckerkrankheit
  • Erhöhte Blutfettwerte
  • Bewegungsmangel
  • Fettstoffwechselstörung
  • Gicht
  • Alter
  • Psychischer und physischer Stress
Symptome (Beschwerden)

Meist entwickelt sich ein Aneurysma symptomlos und wird zufällig bei einer Untersuchung entdeckt, oder wenn es einreisst und blutet. Erste Beschwerden können ein unbestimmtes Fremdkörper- oder Druckgefühl an der Stelle des Aneurysmas sein. Je nach Lokalisation und Grösse kann es zu verschiedenen Beschwerden kommen, die vorwiegend durch den Druck auf umliegende Organe entstehen.

Bei Aneurysmen im Kopfbereich 

  • Lähmungserscheinungen im Gesicht
  • Schlaganfall oder Hirnblutung bei Platzen des Aneurysmas

Die Gefährlichkeit eines Aneurysmas hängt von der Grösse der Aussackung ab; platzt die Aussackung, kann es zu lebensgefährlichen Blutungen kommen. Je grösser das Aneurysma ist, umso grösser ist die Gefahr, dass es platzt.

 

Diagnose (Untersuchung)

Aneurysmen werden oft als Zufallsbefund entdeckt oder auf Grund von neurologischen Ausfällen (z.B. Lähmungserscheinungen). 

  • Krankengeschichte unter Einbezug der Beschwerden
  • Körperliche Untersuchung
  • Ultraschall
  • Computertomographie
  • Röntgenaufnahme mit Kontrastmittel ( Angiographie)
Therapie (Behandlung)

Aneurysma Clipping

Beim Clipping wird die Gefässaussackung mit einer Klemme (Clip) verschlossen und somit von der Blutzirkulation abgetrennt.

Welche Vorbereitungen werden getroffen?

Vor dem Eingriff werden die genaue Lage sowie die Ausdehnung des Aneurysmas mit CT, MRI und Angiographie Untersuchungen festgestellt.

Zudem werden die üblichen Untersuchungen vor einer Operation durchgeführt (EKG, Blutdruckmessung und Blutuntersuchung). Allfällige Blutverdünnermüssen abgesetzt werden. Der Spitaleintritt erfolgt in der Regel am Vortag der Operation, ausser es handelt sich um einen Notfall. Zur Operation sollte man mit nüchternem Magen antreten.

Wie wird die Operation durchgeführt?

Das Clipping des Aneurysmas erfolgt in Vollnarkose. Über einen Hautschnitt wird der Schädel zielgenau eröffnet. Für den mikrochirurgischen Eingriff wird ein Operationsmikroskop verwendet. Dieses erlaubt eine ausgezeichnete Ausleuchtung und Vergrösserung des Operationsgebietes. Dank dem Mikroskop werden auch kleinste Strukturen erkannt und die Operation kann schonend durchgeführt werden. Mit einer oder mehreren Klemmen wird das Aneurysma von aussen verschlossen und die Gefahr einer Ruptur ist gebannt. Der Eingriff kann, je nach Lage und Komplexität des Aneurysmas, zwischen 3 bis 6 Stunden dauern.  

Wie sieht die Erfolgsquote der Behandlung aus?

Die Prognose nach erfolgreichem Clipping ist gut. Mit dem Eingriff ist das Aneurysma dauerhaft verschlossen.

 

Aneurysma Coiling

Beim Coiling wird das Aneurysma über einen endovaskulären Zugang mit feinen Platinspiralen (Coils) von innen her verschlossen.

Welche Vorbereitungen werden getroffen?

Vor dem Eingriff werden die genaue Lage sowie die Ausdehnung des Aneurysmas mit CT, MRI und Angiographie Untersuchungen festgestellt.

Es werden die üblichen Untersuchungen vor einer Operation durchgeführt (EKG, Blutdruckmessung und Blutuntersuchung). Allfällige Blutverdünner müssen abgesetzt werden. Der Spitaleintritt erfolgt in der Regel am Vortag der Operation. Vor dem Eingriff sollte der Magen nüchtern bleiben.

Wie wird die Operation durchgeführt?

Das Coiling des Aneurysmas erfolgt in Vollnarkose. Der Mikrokatheter zur Anbringung der Platinspiralen wird meist über die Femoralarterie in der Leiste eingeführt und unter Durchleuchtungskontrolle bis zum Hirnaneurysma vorgeschoben. Dort wird das Aneurysma mit Hilfe der Spiralen verschlossen. Manchmal wird zusätzlich noch ein Ballon oder ein Gefässstent verwendet, um die Fixierung des Coils zu verbessern.

Wie sieht die Erfolgsquote der Behandlung aus?

Die Erfolgsquote der Hirnaneurysma Operation mit dem Coiling Verfahren ist nicht ganz so gut wie bei der Clipping Methode. Bei etwa 30 % der Patienten ist der Verschluss mittels Coiling inkomplett und es muss ein zweites Coiling durchgeführt werden.

 

Vorbeugemassnahmen (Präventionsmassnahmen)

Die beste Vorbeugung sind Massnahmen, die Gefässkrankheiten verhindern, insbesondere die Artherosklerose (Gefässverkalkung). Dazu gehört das Ausschalten möglicher gefässschädigender Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) und Rauchen.

Angeborene Ursachen können weder durch Medikamente noch durch Verhaltensmassnahmen beeinflusst werden.