Blutzelle - CAR-T-Zelltherapie

Was ist Car-T-Zelltherapie genau?

Blut kann Krebs heilen: Bei der CAR-T-Zelltherapie werden Immunzellen gentechnologisch so verändert, dass sie Krebszellen erkennen und bekämpfen. Dabei werden dem Patienten eigene Abwehrzellen entnommen, im Labor aufbereitet und über eine Infusion wieder zugeführt – ganz ohne Fremdspende.

Das Blut besteht aus tausenden verschiedenen Zellen. Einen Teil davon macht eine spezielle Gruppe der weissen Blutzellen aus: die T-Zellen. Sie sind für die Immunabwehr im Körper zuständig und finden kranke oder defekte Zellen, binden und zerstören sie. Das Problem bei Krebspatienten: Die T-Zellen sind praktisch blind für Krebszellen und erkennen sie nicht als Bedrohung. Mithilfe einer gentechnologischen Behandlung können die T-Zellen im Labor jedoch zu Chimeric Antigen Receptor-T-Zellen, kurz CAR-T-Zellen, umgewandelt werden. Diese synthetischen T-Zellen können die erkrankten Zellen mit ihren antigenspezifischen Rezeptoren identifizieren. Ein Durchbruch in der Krebstherapie.

Welche Vorbereitungen werden getroffen?

Aktuell ist die CAR-T-Zelltherapie nur für Patienten vorgesehen, bei denen alle anderen Behandlungsmethoden nicht erfolgreich waren. Bevor der Patient die ihm entnommenen und genetisch veränderten Zellen wieder empfangen kann, bekommt er eine Chemotherapie. Diese bereitet den Körper auf die Aufnahme der CAR-T-Zellen vor, sodass sie ungehindert arbeiten und sich vermehren können.

Wie wird die Behandlung durchgeführt?

Der CAR-T-Therapie liegt eine autologe Transplantation zugrunde. Das bedeutet, dass der Spender der Zellen gleichzeitig auch ihr Empfänger ist. Dem Patienten wird zunächst über die Venen Blut abgenommen, das in eine Art Dialysegerät fliesst, wo mittels einer Blutreinigung – der sogenannten Leukapherese – T-Zellen herausgefiltert werden, bevor das Blut wieder zurück in den Körper geführt wird.

Die so gewonnen Zellen werden eingefroren und in spezialisierte Labors geschickt. Dort werden sie gentechnologisch behandelt, sodass die T-Zellen ein Eiweiss produzieren, das Krebszellen erkennen und binden kann. Ab diesem Stadium spricht man von CAR-T-Zellen. Diese werden nun vermehrt, geprüft und zurück zum behandelnden Arzt oder Institut geschickt. Dieses Verfahren dauert bis zu 27 Tage.

Kurz vor der Transplantation der CAR-T-Zellen bekommt der Patient eine Chemotherapie. So werden möglichst viele T-Zellen im Blut zerstört, das erleichtert den zugeführten CAR-T-Zellen die Ausbreitung. Über eine Infusion fliessen die im Labor aufbereiteten Zellen nun in den Blutkreislauf. Ihre Aufgabe ist es, sich zu vermehren, die Krebszellen aufzuspüren und zu eliminieren.

Patientenbetreuung

Wie sieht die Erfolgsquote der Behandlung aus?

Bei etwa der Hälfte der behandelten Patienten zeigte die CAR-T-Zelltherapie weitreichende Erfolge, sodass sie nach zwei Jahren immer noch frei von Krebszellen sind. Besonders gut schlägt die Therapie bei Lymphdrüsenkrebs und Leukämie an, so das Ergebnis von über 1000 Patienten weltweit. Wie die CAR-T-Therapie auch andere Krebsarten bekämpfen kann, wird aktuell noch erforscht.

Was sind die Komplikationen oder Risiken der Behandlung?

Da bei der CAR-T-Zelltherapie das Blut über die Venen entnommen und wieder zugeführt wird, ist das Infektionsrisiko und die körperliche Belastung im Moment der Transplantation für den Patienten gering.

Doch ist das Immunsystem durch die Chemotherapie geschwächt und nach der Infusion der CAR-T-Zellen kann es zu Nebenwirkungen kommen: Hierzu zählen Entzündungsreaktionen, Nervenschäden, Herzkreislaufschäden oder das Cytokine-Release Syndrom (CRS), das zu lebensgefährlichem Fieber, Schüttelfrost und Atembeschwerden führen kann. Da die Therapie noch relativ neu ist, gibt es bisher noch keine Studien über mögliche Langzeitfolgen.

Ausserdem besteht ein Restrisiko, dass die Zellen im Labor nicht vermehrt oder im Körper nicht ausreichend gegen den Tumor vorgehen können.

Wie geht es nach der Behandlung weiter?

Nach der Transplantation der CAR-T-Zellen bleibt der Patient zwischen zwei und vier Wochen im Krankenhaus. So kann bei möglicherweise auftretenden Nebenwirkungen schnell reagiert und der Erfolgsverlauf beobachtet werden. Häufig kann schon ein bis zwei Monate nach der Infusion über den Erfolg oder Misserfolg der Therapie entschieden werden. Konnten die Krebszellen eliminiert werden, folgen regelmässige Checkups beim behandelnden Arzt.

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